Als NächstesBravo Party
Die Hits der 80er und 90er von Dr. Ho – Start 21 Uhr, Eintritt frei.
Man hört oft wie Leute behaupten, jemand anderen um sechs, sieben oder noch mehr Ecken zu kennen. Bei der Hip-Hop-Band Lux et Sonitus ist diese Aussage aber nicht einfach daher gesagt, sondern Tatsache. Die fünf MCs kennen sich aus längst vergangenen Kindergartenzeiten, aus der Schule, von Parties oder sonst woher.
Im Laufe der Jahre sind sie zu Musikerkollegen und Freunden geworden – und das, obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten, angefangen beim Musikgeschmack: Der Kreuzlinger Hajredin Rexhepaj (27) alias I77yan bevorzugt deutschen Hip-Hop, Willy Bachmann (23) aus Frauenfeld, der sich den Namen Chilli gegeben hat, hört gerne Latin, Hauptsache Spanisch. Cristian Antelo (25) aus Wängi nennt sich El Puño und mag unter anderem Bossa Nova, während die beiden Frauenfelder Marc Gossaint (26) alias Apollo und Jonny Oelkers (23) alias Bigg Prodd auf Jazz stehen. «Unsere unterschiedlichen Vorlieben sehen wir als grossen Vorteil», sagt Marc. Jeder bringe dadurch persönliche Inputs, die sich wie Puzzleteile zu einem kompletten, vielfältigen Ganzen zusammenfügen würden, das sich schliesslich Hip-Hop nennt.
Von Französisch bis Albanisch
Obwohl diese Mischung bereits ausreichend musikalische Abwechslung verspricht, setzen die fünf Thurgauer mit ihren insgesamt sieben Nationalitäten noch einen drauf. Sie rappen in sechs verschiedenen Sprachen: Hochdeutsch, Schweizerdeutsch, Spanisch, Albanisch, Englisch und Französisch.
In den vergangenen acht Jahren, seit der Gründung von Lux et Sonitus, hätten sie vielfach in kleinen Formationen an Songs gearbeitet, selten zu fünft. Das soll sich künftig ändern. «Dabei gehen wir so vor, dass wir gemeinsam ein Thema festlegen und sich danach jeder von uns in seiner Sprache mit diesem auseinandersetzt und seine Strophe verfasst», erklärt Cristian. Den Refrain würden sie gemeinsam schreiben. Auf diese Weise entstehe schliesslich ein Song.
Inspiration für ihre Musik liefern unterschiedliche Dinge. «Ich finde sie überall in der Welt», sagt Willy. Musik zu machen, sei für ihn wie ein Ventil. «Es gibt mir die Möglichkeit, meine Gefühle auszudrücken, in einer Gesellschaft, in der man besser still sein sollte.» Jonnys Inspirationsquellen sind hingegen materieller Art: Weisswein und die Plattensammlung seines Vaters.
Erster Clip und erstes Album
Eine Kostprobe eines gemeinsamen Werks erscheint Ende Monat auf YouTube. Die Hip-Hopper haben kürzlich ihren ersten Videoclip zum Song «Résistance» gedreht. Als es darum ging, einen Drehort zu finden, fragten sie sich, wo der Widerstand, also «La Résistance», entsteht. Es dauerte nicht lange, bis sie eine Antwort darauf hatten: in Bars, wo Hocker fliegen, Poker-Tische umgeworfen werden und sich Männer im Armdrücken messen. Im Frauenfelder «Dreiegg» fanden sie eine passende Bar, um an einem Dienstagabend während weniger Stunden ihren Clip zu drehen.
Diesen Winter erscheint das gleichnamige und erste Album von Lux et Sonitus, ein Doppelalbum mit zweimal zwölf Songs. «Wir konnten uns nicht für weniger Titel entscheiden, weil alle so gut sind», meint Cristian.
Beat beendet Diskussionen
Obwohl die Band ihre kulturelle Vielfalt als Pluspunkt bezeichnet, führt sie auch hin und wieder zu Meinungsverschiedenheiten. «Wir sind fünf verschiedene Charaktere, die alle anders ticken, klar kommt es vor, dass wir uns nicht immer einig sind», sagt Jonny. Doch meist daure das nur kurz, ergänzt Hajredin: «Sobald ein Beat durch den Raum schallt, finden wir einen gemeinsamen Nenner. Die Musik bringt uns zusammen. Das klingt vielleicht kitschig, aber genau so ist es.»
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